Montag, 11. September 2017

Die Spanierin

Sie fragt mich abrupt, ob ich Spanisch spreche, was ich verneinen muss (was ich bedaure), sie schüttelt den Kopf und dreht schnell wieder ab, doch nicht wegen mir, sondern wegen denen. Wegen den vielen unruhigen asiatischen Touristen, die man nur im Plural nennen kann, weil es sie scheinbar nicht einzeln gibt, weil immer schon mehrere von ihnen da sind oder gerade kommen oder auch wieder gehen, meistens aber alles gleichzeitig.

Ihr Profil ist mit Wut konturiert, im Augenwinkel noch flackert ihr Ekel über diese Art von Tourismus, der das Erlebnis „Museum“ in ihren Augen nicht verstanden hat. Nach Monaten stehe ich wieder einmal hier in meinem Stammobjekt an der goldenen Position, wieder an einem Sonntag (als hätte es Bedeutung), wieder höre ich die Touristenherde schon von weitem, wieder wirkt das goldene Liebespaar schüchtern und verlegen hinter seinem Glaspanzer, und doch ist etwas grundlegend anders an diesem Tag. Es ist der Grund für die spanische Wut, und es ist tatsächlich kein angenehmer Anblick.

Als die neue Direktion diesen Sommer das Fotoverbot im Museum aufgehoben hatte, weil es nicht mehr zeitgemäß erscheint, da beschwerte sich niemand, dachten sich die meisten Aufsichten ihren Job noch etwas ruhiger, womöglich, doch Ruhe ist meist Theorie, und als ich diesen Sonntag in das loderne Feuer der Spanierin blicke, begreife ich, dass es keinen Adorno braucht, um von dem Anblick dutzender, wie automatisch hochschnellender Handykameras verstört zu werden, ausgelöst von Leuten, die sich selbst und ihre Nächsten mit dem Jahrhundertbildnis inszenieren, das unbezahlbare Gemälde dabei zu einer austauschbaren Reliquie degradieren, einer kunstsinnigen, goldenen Ortstafel, die am Ende nicht mehr anzeigt als: Ich war da.

Wirklich paradox daran scheint die Beobachtung, dass die ehrgeizigen Fototouristen sehr viel länger hinter dem Display nach der perfekten Pose suchen, als sie das eigentliche Kunstwerk tatsächlich frei und ungefiltert betrachten (wofür sie bezahlt haben). Es ist fast so, als wüssten sie nicht, dass ein Gemälde und ein Foto davon nicht dasselbe sind, und der Geist des Kunstwerks ebenso wenig abgelichtet werden kann wie eine Melodie oder ein Geruch. Ich möchte Verständnis aufbringen für diese moderne Museumsauslegung, für diese Mentalität des Speicherns und Herzeigens, doch es fällt mir ehrlich schwer und es tut weh, weil das verbotene Blitzlichtgewitter blendet und der fehlende Respektabstand das Kunstwerk bedrängt und erniedrigt und mich in Mitleidenschaft zieht. Der einzige echte Trost an diesem Sonntag ist mir ein einziger Mensch, dem es inmitten der Blitzer und Poser noch viel schlechter geht als mir – und irgendwann reicht es der Spanierin, die hier etwas erleben möchte, das niemand verstehen kann, die ein Kunstwerk in seiner Unmittelbarkeit und in Ruhe auf sich wirken lassen möchte, sie wirbelt mit den Armen und brüllt die Herde mit erstaunlichem Organ an, sie möge den verfluchten Blitz endlich abschalten, mit dem Posieren und dem Kichern aufhören und „just looking!“ Eine Reaktion bleibt aus.

Später fällt mir ein, ich weiß doch einen Satz auf Spanisch, einen einzigen. Ich sehe die abgekühlte Spanierin noch einmal, sie geht an mir vorbei, wir tauschen einen kurzen Blick; und wenn ich etwas schneller, etwas mutiger gewesen wäre, hätte ich ihr in leiser Verbundenheit geflüstert: El mundo está loco.

Dienstag, 5. September 2017

Absolut unqualifiziert

Ich habe nie gelernt zu schreiben, ich habe einfach damit begonnen. Vielleicht fällt es mir deshalb so schwer, zu dieser ungelernten Tätigkeit zu stehen, mir fehlt es an einem ausgewiesenen, hart erarbeiteten, verdienten Zertifikat, das ich mir über den Schreibtisch hängen und im Zweifel betrachten und mir denken könnte: Dieses Zertifikat hat jemand unterschrieben, und dieser jemand denkt sich, ich habe hiermit einen echten Schriftsteller abgesegnet. So aber fühle ich mich wieder und wieder wie ein Fälscher, ein schlechter Spion, der ungelenk und verdächtig vorgibt zu sein, wovon er in Wahrheit keine Ahnung hat.

Und vielleicht (das ist meine Hoffnung), vielleicht kann man überhaupt nur so schreiben: In dem Gefühl, sich tagtäglich an eine Arbeit zu setzen, für die man sich absolut unqualifiziert glaubt.

Freitag, 25. August 2017

Unter Strom

Letzte Nacht träumte ich mich zurück in den Dienstanzug: Ich stehe im Prunksaal an der Ostseite, draußen, vor dem Türbereich, um passierende PKW- und Radfahrer aufzuhalten und ihnen die obligate Maut abzuverlangen. Mein nächster Kollege, ein bärtiger Hüne mit polierter Spiegelglatze, steht zufrieden und entspannt wie ein Buddhabauch bei der Treppe; ein kurzer Blick von mir auf seinen silberschwarzen Bart, und schon ist es passiert, schon ist alles zu viel, geht der Blick überfordert zurück, komme ich den Autokolonnen kaum noch hinterher mit den Kontrollen.

Schließlich stoppe ich drei Radtouristen auf ihrer Weiterfahrt in den Süden und erkläre ihnen das bekannte Mautsystem. Sie sehen einander an, nachdenklich, skeptisch, abwägend, ob sie nicht vielleicht verhandeln könnten, oder, ganz offen, auf die Maut verzichten. Mit angemessener Höflichkeit und Strenge entgegne ich, die Maut sei ohnehin eine geringe und Ausnahmen beschädigen die Regel. Die Radfahrer zögern. Im Hintergrund zieht ein Dutzend PKWs vorbei. Schließlich geben sie nach, die junge Dame unter ihnen reicht mir ihre Kreditkarte, ich nehme sie an mich und erfasse den Code mit meinem elektrischen Handscanner – in dem Moment trifft mich der Schlag; gefrierkalte, blaue Blitze zucken aus dem Scanner, springen auf mich über, elektrisieren Nerven, Haare, ziehen wellenförmig über den dunklen Dienstanzug. Geladen und zitternd reiche ich der Dame die Karte zurück, berühre sie versehentlich mit einer Fingerkuppe, sie kippt zu Boden. Ich drehe mich zu den schockierten Radkollegen, will sie beruhigen, berühre sie versehentlich an den Schultern, sie kippen zu Boden.

Regungslos liegen alle drei neben der Straße, der unkontrollierbare, der unaufhaltsame Verkehr zieht tosend vorüber, ich drehe mich blitzartig um und starre verzweifelt zum Kollegen an der Treppe; völlig entspannt streichelt er seinen silberschwarzen Bart und grinst gelassen vor sich hin, während ich weiter unter Strom stehe.

Montag, 14. August 2017

Irrationale Angriffe

Der Sommer verstört mich. Dienste variieren wie das Wetter, Pläne und Objekte schlagen um, verdunkeln, verziehen sich wieder. An einem Freitag darf ich wieder einmal im Glashaus für moderne Kunst aushelfen und mir Erwin Wurms Performative Skulpturen ansehen. Großteils allein, denn die Sommertouristen und Kunstaffinen strömen lieber durch klassizistische Gemäldegalerien im Barockbau ums Eck, anstatt für den Blick auf kühlschrankgroße Gipsblöcke zu bezahlen; dicht angeordnete, überdimensionale Alltagsgegenstände und Möbel, die vom Künstler im performativen Prozess höchstselbst zerkratzt, getreten, erdrückt und überfahren wurden, mit viel Hingabe und Sitzfleisch, und – vor allem – mit Konzept.

Aus Tag wird langsam Abend, der Besuch bleibt weiter aus. Der Kollege am Ticket ist unterfordert und überdreht, stellt sich zu mir in die Halle und erzählt geradeaus von dem Schock der Eröffnung – ein Schmankerl des Herrn Wurm war es gewesen, einige wurstförmige Gipsblöcke exklusiv für die Ausstellung zu schaffen, und, noch in rohem Zustand, vor dem Premierenpublikum zu demolieren. Und dann stand da diese Dame, eine kunstbeflissene, äußerst interessierte Person, die den Kollegen in ein Gespräch verwickelt, ein äußerst interessierter Dialog neben der rohen Gipswurst. Eine halbe Stunde reden sie miteinander, sagt der Kollege, wunderbar erfreulich, und dann, plötzlich, aus dem Nichts, dreht sich die Dame zum frischen, sechsstellig geschätzten Kunstobjekt hin und taucht einen Zeigefinger ansatzlos in die weiche Masse.

Und so passiert es immer.

Das Kind, das der Mutter entwischt und das Ölbild anfasst. Der erwachsene Herr, der im Vorbeigehen die Hand ausfährt und die Skulptur streichelt. Die andere Mutter, die ihre Töchter am Fuß des Bronzeblocks aufstellt, um sie damit abzulichten. Der andere Erwachsene, der für ein Foto zwei Schritte rückwärts macht und dabei gegen die lose Statue stößt, die beinah zu Bruch geht.

Sie alle berühren das Unantastbare, ihre Berührungen sind grundlose Angriffe auf ein Werk, das nicht ohne Grund überdauert. Sie greifen die Kunst bedenkenlos an, machen sie fassbar wie einen abgenutzten Haltegriff in der Bahn, weil sie nicht wissen, was sie tun. Und falls doch, haben sie keine Vorstellung, was sie damit auslösen.

Die Dame mit dem Fingerabdruck in der teuren Gipswurst wurde auf der Stelle kreidebleich, sagt der Kollege, als er ihre Daten aufnahm, den Vorfall meldete und wartete, bis der Kunstexperte hinzukam, um den Schaden abzuschätzen. Später sollte er meinen Kollegen fragen, ob dieser die Tat nicht verhindern hätte können. Was für eine Frage. Wir Aufsichten können nie etwas verhindern, wir bekommen keine anonymen Hinweise, wir werden nicht vorbereitet auf die blitzschnellen, akuten Handlungen der irrationalen Angreifer, die sich bis zur Tat als unauffällige Vernunftwesen tarnen. Wir müssen zusehen, wie sie ihre Angriffe auf die Kunst ausführen, können nur beobachten und staunen und nicht glauben und melden und uns fühlen wie Zuspätgekommene des Lebens, „like a second-comer“, wie es D. H. Lawrence in seinem traurigen Gedicht über die Schlange im Garten umschreibt; nur stehen wir nicht auf der Wiese, sondern im Museum, und wir verfolgen kein natürliches Tierverhalten, sondern die rätselhaften Auswüchse menschlicher Willkür. Oder liegt es eben doch in der Natur des Menschentieres, etwas wahllos anzugreifen? 

Irgendwo, da muss er immer noch lauern, dieser instinktive Rest, den die kurzsichtige Kultur nicht finden kann, die letzte Verbindung zum Unüberlegten, zum Angriff, zum Schaden. Und auch bei der nächsten, willkürlichen Berührung werde ich wieder die Nachsicht haben, werde wieder an zweiter Stelle stehen, werde wieder zu spät kommen, weil es eben nicht anders sein kann. Ich bin es immer schon gewesen, ich werde es immer sein: zu spät.

Mittwoch, 19. Juli 2017

Zeit der Facetten

Immer wieder bedrückt mich das kalte Gefühl, in einer Das-geht-heute-nicht-mehr-Zeit zu leben. Einer Zeit, in der es keine Elfenbeintürme mehr gibt, nicht mehr geben darf, wo das Bild des Literaten nicht mehr funktioniert, der stundenlang im Kaffeehaus an einem einzigen Verlängerten sitzt, raucht, liest, und ein paar Worte, viele Worte, keine Worte zu Papier bringt und dafür bewundert wird. Heute geht das nicht mehr. Der heutige Erfolgsautor macht von sich Selbstbilder als bereitwillige Disziplinmaschine, die kein Problem damit hat, Selbstbilder zu machen, um sich als heutiger Erfolgsautor zu präsentieren, natürlich neben einem irritierend regelmäßigen, gesunden Schreibpensum, für das es Gefallen und Häme gibt, viel Häme, aber auch viel Gefallen, aber weder das eine, noch das andere aus Bewunderung. So etwas wie Bewunderung, das geht heute nicht mehr, weil es zu einfach geworden ist, Gefallen zu zeigen. Echte Bewunderung aber zeigt sich nicht, sie weiß sich selbst im Stillen, sie ist intim, unteilbar und schrecklich schüchtern. Drei Eigenschaften, die heute überhaupt nicht mehr gehen.

Vielleicht stimmt das alles auch nicht, oder nur tendenziell; es ändert nichts an meinem Gefühl. Es gefällt mir nicht, nostalgisch verklärt zu klingen und einer Zeit nachzutrauern, die ich nie gekannt habe. Noch weniger gefallen mir die Tendenzen der Gegenwart. Es gefällt mir nicht, dass ein Leben ohne Netz heute undenkbar ist, und, noch weniger, dass es alle so bereitwillig akzeptieren, dass sich alle vernetzen, weil es eben geht, und niemand mehr leben möchte, wie es heute nicht mehr geht. Sich aus den vernetzten Sozialwerken fernzuhalten und nur bei sich zu sein, sich Tage ohne Termine, Teilungen und Gespräche zu nehmen, das geht heute nicht mehr.

Ich gehe heute nicht mehr.

Ich gehe nach einer heißen Schicht in Richtung untergehender Sonne, der Gehweg trägt feuchte Flecken, Trottoir nannte man ihn früher, aber das geht heute nicht mehr, das klingt antiquiert und nach Kaffeehausliterat, solche Begriffe kann man heute nur noch ironisch sagen, weil sich heute alles ironisch sagen lässt, und vor oder neben mir höre ich plötzlich einen grauen Pferdeschwanz mit Jeansjacke sagen, nachdenklich heiser: „Man kann das Leben leben auf so viele verschiedene Facetten.“

Ich danke dem Betrunkenen für diesen Satz, indem ich ihn nicht vergesse, lächle und gehe weiter, bis ich in der Wohnung stehe. Ich lese ein, zwei Geschichten von Cortazar und schlafe irgendwann ein, träume in der Nacht auf so viele verschiedene Facetten, weiß am nächsten Morgen nicht, warum ich zufrieden bin. Sofort erwacht die Skepsis und schaltet ungeduldig den Computer ein. Denn so etwas wie Zufriedenheit, sagt sie, das geht heute nicht mehr. Wirklich nicht. 

Donnerstag, 13. Juli 2017

Gedanken aus der Sperrholzsavanne

Es ist heiß. Ich stehe in einem neuen Objekt, und die Luft steht mit mir, weil es hier keine Ventilatoren gibt, keine Luftbefeuchter, keine Klimaanlagen. Nichts außer trockener, heißer Luft und 180 Exponaten zur Familie der Felidae – Katzenkunst in allen Formen beherrscht die neue Sonderausstellung, hier im letzten Raum des Museums, direkt unter dem Dach gelegen, und von der Außensonne aufgewärmt zur kunstvollen Hitzekammer, einer Kultursauna, die auch so aussieht: Eine enge, zugestopfte Sperrholzlandschaft mit Baustellencharme, die nach Handwerkerschweiß und Kork riecht, dazwischen ausgestopfte Wildkatzen, gepinselte Fabelwesen und zahllose Raubtierskulpturen, auf denen ich mir Hitzeflimmern einbilde. Der Kurator wolle mit den Sperrholzplatten die natürliche Savannenumgebung der Pelztiere nachbilden, so sagt man. Doch naturgetreu erscheinen mir nur die Temperaturen.

Das gute ist, die wenigsten Hausbesucher finden wirklich hinauf in diese schlecht ausgeschriebene Sperrholzsavanne, und wenn keine Gäste im Raum sind, darf ich immerhin sitzen. Ich sitze und stelle mir einen Menschen vor, der in einer Sauna steht und sich nicht setzen darf. Mittlerweile zählt es achtundzwanzig Grad.

An einem dieser ruhigen, luftbefreiten Tage sitze ich mit meiner Kollegin in der Savanne und wir sprechen über Kunst. Oder genauer, sie spricht mit mir darüber. Mit moderner Kunst könne sie einfach nichts anfangen, sagt sie. Das sei vielleicht engstirnig, doch sie müsse immer etwas Klares in einem Bild sehen, wie bei den alten Meistern eben. Die haben noch Geschichten gemalt, da war immer alles verständlich. Und sie müsse ein Kunstwerk verstehen, wenn sie es betrachtet, sonst könne sie damit nicht umgehen, so ist das eben.

Nicht zum ersten Mal stoße ich auf diese Einstellung, und dennoch wirkt sie auf mich immerzu befremdlich, diese beinahe zwanghafte, selbst auferlegte Verpflichtung, Kunst verstehen zu müssen. Das Bedürfnis, hinter jedem Pinselstrich den Sinn zu suchen.

Ich verstehe den Sinn dieser Sinnsuche nicht. Dieser Wunsch nach einem Sinn erscheint mir immerzu ergebnisorientiert, als ginge es bei einem Kunstwerk nur um ein möglichst klares, eindeutiges Resultat, wie bei einem Fußballspiel. Moderner Fußball, das geht, aber moderne Kunst? Da sehe ich den spielerischen Aufwand oft gar nicht mehr und das Resultat bleibt meist abstrakt und rätselhaft, völlig unverständlich. Sinnlos, sich damit zu beschäftigen.

Es ist interessant zu beobachten, dass ausgerechnet jene Menschen fordern, ein Kunstwerk zu verstehen, die sich mit Kunst wenig bis gar nicht beschäftigen. Sie wollen Kunst verstehen, ohne ein Kunstverständnis aufzubringen. Sie setzen eine Antwort voraus, ohne die Frage zu kennen. Sie suchen Sinn, wo keiner existiert. Denn an sich ist jede Kunst sinnlos, da sie vom Traum abstammt; vom nächtlichen Traum, der frei und nutzlos ist, im besten Sinne, und nichts zu verstehen gibt und nichts hinterlässt, außer einem rätselhaften, persönlichen Gefühl – ein Gefühl, das für mich dennoch bedeutsamer sein kann als jedes Fußballfinale, obwohl es um nichts geht, weil es um nichts geht, außer um das Gefühl selbst. Und vielleicht geht es letztlich auch nur darum.

Das alles hätte ich der netten Kollegin antworten können, doch stattdessen lausche ich nur still und fühle mich erdrückt von der flirrenden Hitze in der Sperrholzsavanne, die mich lähmt und ermüdet. Es fällt so schwer, denke ich, so unendlich schwer, etwas zu betrachten, ohne verstehen zu wollen, zu handeln, ohne etwas zu erwarten, zu leben, ohne nach mehr zu sinnen – kurzum: zu träumen.

Sonntag, 2. Juli 2017